Sarkasmus: Bedeutung und Eingliederung
25. Februar 2011 # 11:22 # Allgemein # Keine Kommentare
Sarkasmus wird auch oft als „schwarzer Humor“ bezeichnet. Es handelt sich also um eine Art Humor, die jedoch sehr böse bzw. bitter erscheint und somit nicht jeder versteht. Das Wort „Sarkasmus“ setzt sich aus einem griechischen und lateinischen Wort zusammen. Das lateinische Wort heißt „sarkasmós“ und bedeutet soviel wie „beißender Spott“. Das andere Wort stammt aus dem altgriechischen und heißt „sarkazein“, ins Deutsche übersetzt bedeutet es „sich das Maul zerreißen“. Beides kommt dem sarkastischen nahe.
Den Begriff gibt es jedoch schon sehr lange und fand schon in der Antike Anwendung. Auch in der Umgangssprache meinen wir oftmals etwas sarkastisch, auch Mischformen werden häufig angewandt. Wir wenden also beispielsweise etwas Sarkastisches in einer Ironie an. Hier macht man sich mehr oder weniger bösartig über etwas oder jemanden lustig und meint mit seiner Aussage aber genau das Umgekehrte bzw. Entgegengesetzte. Wenn jemand faul ist, hört man beispielsweise er solle sich bloß nicht überarbeiten. Den Sinn dieser Aussage erkennt man natürlich sofort oder sollte man zumindest sofort erkennen und sich schleunigst an die Arbeit machen.
Verwechslung mit anderen Rhetoriken
Genauso häufig verwechseln wir eine sarkastische Aussage mit einer zynischen Aussage. Hier gibt es jedoch eine eindeutige Abgrenzung. Bei Zynismus handelt es sich nicht um eine Art Spott oder Humor, sondern um eine klare Denkweise, mit der man absichtlich jemanden verletzen kann. Die Abgrenzung gibt es zwar, wird aber beides im Sprachgebrauch oftmals miteinander verwechselt. Sarkastische Äußerungen die den Tod, eine Krankheit oder ähnliches betreffen, werden häufig als makaber bezeichnet. Diese Themen werden auch häufig beim schwarzen Humor angesprochen, aber eigentlich sind dies Themen, über die man sich nicht lustig machen oder die man nicht verspotten sollte. Ein berühmtes Zitat stammt von einer schottischen Autorin. Sie sagte einst „Sarkasmus ist die niedrigste Form des Witzes, aber die höchste Form der Intelligenz.“.
Sarkasmus: Vorsicht statt Nachsicht
In der Öffentlichkeit sollte man jedoch vorsichtig mit sarkastischen Äußerungen sein, da diese oftmals falsch verstanden werde. So wurde beispielsweise ein Nutzer eines Forums angeklagt, weil er tödliche Übergriffe der Nordallianz auf Taliban-Kämpfer als scheinbar löblich bezeichnete und damit die Anschläge von New York und Washington gebilligt habe, laut Staatsanwaltschaft. Der Nutzer war sich natürlich keiner Schuld bewusst, da er diese Äußerung rein sarkastisch meinte, das Gericht sah dies jedoch anders. Mehrdeutige Aussagen sollte man also lieber unterlassen und einmal mehr nachdenken, bevor man etwas sagt oder schreibt. Auch gegenüber Mitmenschen sollte man mit derartigen Äußerungen vorsichtig sein. Nicht alle wissen „wie sie es zu nehmen haben“ und könnten durch aus die eine oder andere Aussage falsch verstehen, obwohl diese vielleicht gar nicht böse oder ernst gemeint war, sondern eher aufrüttelnd und hilfreich.
Kurt Tucholsky
Zumindest aber sollte man versuchen, die Aussage nicht ganz so bissig oder böse zu gestalten, sondern lieber mit etwas mehr Witz, den auch jeder versteht. Natürlich gibt es auch diverse Schriftsteller, die ihre Bücher sarkastisch schreiben oder sarkastische Figuren erfinden. Beispielsweise gehörte Kurt Tucholsky zu denen, die einige Themen sarkastisch behandelten. In seinen Gedichten findet man durchaus ein paar „derbe“ Aussagen. Im Nationalsozialismus wurde Tucholsky ausgebürgert und seine kompletten Werke verbrannt. Zwei Jahre später begann er Selbstmord.
Foto: Vibe Images – Fotolia.com
Abonniere RSS
Kommentar RSS






